Timofej und Natascha vor der von ihnen erbauten Ost-West-Friedenskirche

Timofejs und Nataschas Erbe

Anfang dieses Jahrtausends, am 14. Juli 2004, ist Väterchen Timofej aus dem Leben getreten.

Er ist einen besonderen, einzigartigen Lebensweg gegangen und erlebte das volle Gefühlsspektrum, das ein Mensch je vom Schöpfer zur persönlichen Vervollkommnung und geistiger Entwicklung bekommen kann.

Sein Leben war erfüllt von Liebe, Glauben, Glück und Unglück, Freude und Trauer, Höhen und Tiefen, Hoffnung und Enttäuschung und wieder voll von Liebe … 110 Lebensjahre – sind gleichzeitig eine Gabe und eine Bürde. Tauchen Sie ein in eine wahrlich einzigartige Geschichte.

Blick in die ehemalige Ost-West-Friedenskirche

Timofejs Leben in Russland

Timofej Prochorow wurde 1894 nahe Rostow am Don geboren. Schon als Kind war er neugierig und charakterstark. Er wuchs in einer Zeit großer Umbrüche auf – vom zaristischen Russland über die Oktoberrevolution 1917 bis hin zur kommunistischen Diktatur. Trotz der Unterdrückung erkannte er früh die Manipulation des Regimes. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Kohlekurier, bis österreichische Soldaten ihm seine Pferde wegnahmen. Auf dem Heimweg erlebte er eine mystische Erscheinung: Die Mutter Gottes erschien ihm in einer Lichtsäule und sprach zu ihm.

Die Erscheinung von Mutter Maria

In der Begegnung mit Mutter Maria erhielt er den Auftrag, eine Kirche im Westen zu bauen, eine Kirche zur Vereinigung von Ost und West.

Blick auf Timofej und Natascha auf dem Oberwiesenfeld an der Feldarbeit

Mit Natascha nach München

Timofej Prochorows Reise führte ihn von Schachty über Polen, die Tschechoslowakei und Österreich bis nach Italien und schließlich nach München.

Auf diesem langen und schwierigen Weg begegnete er vielen Herausforderungen und erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs. In Italien fand er die Frau Natascha, die er als die von der Gottesmutter versprochene Helferin erkannte. Sie machten sich zusammen auf und kamen über Umwege letztendlich 1952 in München an. Dort erhielt Timofej eine göttliche Vision, die ihm den Ort für die Kirche der Gottesmutter verriet – am Oberwiesenfeld in München. Dort sollte er mit Natascha die Ost-West-Friedenskirche errichten.

Timofej und Natascha auf dem Dach des selbst erbauten Kirchleins

Der Bau der Kirche

Timofej und Natascha begannen den Bau einer Kirche in München, nachdem sie durch eine göttliche Vision den exakten Ort gefunden hatten. Trotz zahlreicher Herausforderungen, Verhaftungen und Schwierigkeiten – sie gaben nicht auf. Timofej erhielt die göttliche Erlaubnis, die Kirche zu errichten, und er betonte, dass es eine vereinigte christliche Kirche sein sollte. Als die Kirche fertig war, weigerten sich sowohl katholische als auch orthodoxe Priester, sie anzuerkennen, sodass Timofej selbst die Priesterschule besuchte, um Liturgien halten zu dürfen.

2 Jahre später erschien Erzengel Michael vor der Kirche und sprach über den Krieg, den die Menschen täglich leben werden, den Kampf der Dualität zwischen Gut und Böse – noch am selben Tag begannen Timofej und Natascha eine Kapelle zu errichten. Und mit der Zeit, je mehr Menschen von ihrer Geschichte hörten, desto mehr kamen sie besuchen.

Timofej vor der Ost-West-Friedenskriche

Die olympischen Spiele

„Wenn Mutter Gottes Ihnen erlaubt, alles abzureißen, dann tun Sie es. Wenn nicht, werden Sie es nicht machen können.“ Das waren Timofejs Worte, als die Kommission der Olympischen Spiele vorbeikam, um die Pläne des Olympiadorfs vorzustellen – am Ort der Friedenskirche hätte das heutige Olympia-Stadion entstehen sollen.

Letztendlich waren es die Münchner, die diesen Kampf entschieden und dank ihnen können wir uns auch heute noch am Ort der Ost-West-Friedenskirche begegnen.

Timofej und Pauline Gerner beim Skifahren

Timofejs Reisen

Im Jahr 1977 verlässt Natascha ihren Körper, woraufhin für Timofej eine schwere Zeit begann. Erst Dank der Freundschaft und Stütze von Pauline Gerner ordnete sich sein Leben wieder und seine Reisejahre begannen. Pauline Gerner organisierte Reisen ins Karwendel, nach Italien und Griechenland. Im Jahr 2000 waren sie das letzte Mal in Davos, Schweiz, zum Langlaufen – Timofej war damals 106 Jahre alt.

Timofejs Geburtstag mit Christian Ude und weiteren Gästen

Timofejs letzte Jahre

An Timofejs Geburtstagen war sein Haus voller Freude und Menschen. Die Presse und das Fernsehen kamen und es war zur Tradition geworden, ein kurzes Interview beim ältesten Mann Deutschlands zu führen.

Oft kam auch der Oberbürgermeister Christian Ude mit seiner Frau, welcher Timofej bis auf seine letzten Tage unterstützte – nicht zuletzt mit einem Platz im Pflegeheim. Nach 110 Lebensjahren verließ TImofej am 14. Juli 2004 seinen Körper.

(Markus 13,13)

Väterchen Timofej und Natascha haben im Glauben, Hoffnung und Liebe ihr Kreuz bis zum Ende getragen.

"Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig"